November 22, 2014

Christliche und muslimische Religionsführer verurteilen ISIS und Gewalt im Irak und in Syrien

Christliche und muslimische Religionsführer verurteilen ISIS und Gewalt im Irak und in Syrien

Christliche und muslimische  Religionsführer verurteilen ISIS  und Gewalt im Irak und in Syrien

Horna Vienna | In einem bislang einzigartigen Akt multireligiöser Solidarität haben heute Führungspersönlichkeiten von christlichen, muslimischen und anderen Religions-gemeinschaften aus dem Mittleren Osten gemeinsam die Gewalt im Namen der Religion verurteilt. Vor dem Hintergrund des aktuellen ISIS-Terrors wird zum Schutz der religiösen und kulturellen Vielfalt im Irak und in Syrien aufgerufen.

Bei der vom KAICIID Dialogzentrum in Wien veranstalteten Konferenz “United against Violence in the Name of Religion” verabschiedeten Religionsführer der sunnitischen, schiitischen, christlichen, mandäischen und jesidischen Gemeinden des Mittleren Ostens zum ersten Mal eine gemeinsame Deklaration gegen Gewalt im Namen der Religion.

In ihrer „Wiener Deklaration gegen die Gewalt im Namen der Religion“ verurteilen Religionsführer verschiedenster Glaubensrichtungen aus den betroffenen Regionen den verbrecherischen Missbrauch der Religion zur Ausgrenzung, Unterdrückung, Verfolgung und Tötung von Menschen.

Im Namen der in Wien versammelten Religionsführer erklärte ein Vertreter:
„Wir als Religionsführer aus dem arabischen Raum und der Welt sind heute zusammengekommen, um im Beisein hoher staatlicher, zwischenstaatlicher und ziviler Vertreter eine gemeinsame Bitte an Gott den Allmächtigen zu richten, uns beim Tragen unserer Verantwortung in diesem historischen Moment zu stärken. Im Schatten dieser so schwierigen Umstände bleiben wir unseren Überzeugungen und unseren religiösen Lehren treu und achten unsere humanitären Werte.
Wir versammeln uns, um einander zuzuhören und gemeinsam über Möglichkeiten der Zusammenarbeit nachzudenken, um die Krise zu bewältigen. Über den Dialog und die Stärkung unserer gemeinsamen gesellschaftlichen Werte werden die Fenster zur Hoffnung geöffnet werden. Wir müssen die Hemmnisse der Angst, des Grolls und der Ungerechtigkeit überwinden, welche die Menschen trennen und sie ihrer Träume und Hoffnungen auf Frieden berauben.“

Gemeinsam stellen die Religionsführer fest, dass der aktuelle Konflikt im Irak und in Syrien die Anhänger jeder Religion betrifft. Mit einer Stimme weisen sie nicht nur die Gewalt im Namen der Religion zurück, sondern auch die Anmaßung von Gruppen wie ISIS, ihr Handeln mit den Lehren des Islam zu rechtfertigen. Verurteilt werden auch die schweren Menschenrechtsverletzungen im Irak und in Syrien, insbesondere jene gegen Christen, Jesiden und andere religiöse oder ethnische Gruppen.

Betont wird, dass jede Person unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung das Recht auf menschliche und würdevolle Behandlung hat und dass Gräueltaten im Namen der Religion Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind. Ebenso prangert die Deklaration die Unterstützung oder Finanzierung von Terrorismus an.

Vereint drücken die Religionsführer ihre Solidarität mit jenen aus, die unter den aktuellen Ereignissen leiden, und insbesondere mit all jenen, die aus ihren Häusern und aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Sie rufen die maßgeblichen politischen Kräfte und die internationale Gemeinschaft auf, nichts unversucht zu lassen, um diesen Menschen die Rückkehr in ihre Städte und Dörfer zu ermöglichen.

Im Zuge der Zusammenkunft der Religionsführer erklärte Faisal Bin Muaammar, Generalsekretär des KAICIID Dialogzentrums: “Der Missbrauch der Religion im Irak und in Syrien zieht schreckliche menschliche Tragödien nach sich. Hier und heute sehen aber wir etwas, das Hoffnung macht: Die Überzeugung und Entschlossenheit der Religionsführer vieler unterschiedlicher Glaubensrichtungen, die hier zusammengekommen sind, um mit einer Stimme zu sagen: ISIS und alle anderen Extremistengruppen handeln nicht im Namen der Religion. Das KAICIID Dialogzentrum hat die Ehre, diese Religionsführer hier zu versammeln. Es bekennt sich zur Zusammenarbeit mit ihnen sowie mit unseren Partnern in der internationalen Gemeinschaft, um so zur Friedensbildung beizutragen und sicherzustellen, dass die Welt unseren Aufruf zum Handeln hört.“

Im Sinne konkreter Handlungsempfehlungen stellten die Teilnehmer der KAICIID-Konferenz eine Reihe von Initiativen zur Förderung des sozialen Zusammenhalts und der Friedensbildung in der Region heraus. Die praktische Umsetzung dieser Initiativen wird durch ein ständiges interreligiöses Komitee sowie durch Arbeitsgruppen verschiedener Institutionen des Dialogs und der Interreligiösität beaufsichtigt.

Weitere Informationen:
Die „Wiener Deklaration gegen die Gewalt im Namen der Religion“ wurde von den Religionsführern unterstützt, die an der KAICIID-Konferenz “United Against Violence in the Name of Religion” teilnahmen.

Gregory III Laham – Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient, von Alexandrien und Jerusalem, Ignatius Youssef Younan – Patriarch der mit Rom unierten syrisch-katholischen Kirche von Antiochien in Beirut, Ägyptens Großmufti Sheikh Shawkiqi Ibrahim Alam, Sheikh Abdul al Karim Al Khasawneh – Großmufti des Haschemitischen Königreiches Jordanien, Sheikh Abd Al Latif Derian – Großmufti des Libanon, Isaac Barakat – Metropolit von Deutschland und Mitteleuropa in Vertretung von Yohanna X (Yazigi) – dem griechisch-orthodxen Patriarchen von Antiochia und dem gesamten Orient, Louis Raphael I Sako – Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche, Anba Marcos – koptisch-orthodoxe Bischof von Schubra al-Chaima in Vertretung von Bischof Tawadros II., dem koptischen Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhls des heiligen Markus, Malek Al Shaar – Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche und Mufti von Tripoli und dem Nordlibanon.

An der Konferenz nahmen ferner hochrangige Vertreter der muslimischen Gemeinschaft im Irak, der Mandäischen Gemeinschaft im Irak, des Rats der hohen Gelehrsamkeit von Saudi-Arabien, der armenisch Apostolischen Kirche, der melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche, der Maronitischen Patriarchen von Antiochia, Alexandria und Jerusalem, der Protestantischen Gemeinschaft in Ägypten, der Evangelische Gemeinschaft des Libanons und des Rats der Kirchen im Mittleren Osten und viele weitere teil.

Folgende Organisationen waren an der Sonderkonferenz vertreten: Vereinigte Nationen für Genozid Prävention, Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen im Irak, Abteilung für politische Angelegenheiten der Vereinten Nationen, Rat der Kirchen im Mittleren Osten, Irakischer Rat für interreligiösen Dialog, Arabische Gemeinschaft für christlich-muslimischen Dialog, Europäische Kommission, Forum zur Förderung des Friedens in muslimischen Gesellschaften, Adyan Foundation, Irakische Institution für Menschenrechte, Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog, Khoei Foundation.

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